Österreich Sehenswürdigkeiten Natur – Schönste Ausflugsziele

Österreich vereint auf 83.879 km² Fläche vier Klimazonen: vom pannonischen Steppenklima im Osten bis zum hochalpinen Gletscherklima über 3.000 Metern. Diese Spannweite macht das Land zu einem der abwechslungsreichsten Naturreiseziele Europas. Sechs Nationalparks und 47 Naturparks schützen die wertvollsten Landschaften – vom flachsten Steppensee Mitteleuropas bis zu den höchsten Wasserfällen des Kontinents.

Wer Österreichs Natur plant, sollte die Höhenlage im Kopf behalten: Zwischen dem Neusiedler See (115 m) und dem Großglockner (3.798 m) liegen fast 3.700 Höhenmeter. Das bedeutet unterschiedliche Saisonzeiten, Wetterrisiken und Ausrüstungsanforderungen – ein Detail, das viele Ausflüge scheitern lässt.

In diesem Artikel stellen wir die bedeutendsten Naturziele vor – mit konkreten Öffnungszeiten, Preisen und Entfernungen, einer Vergleichstabelle zur Auswahl und einem Abschnitt zu häufigen Planungsfehlern.

Großglockner Hochalpenstraße – Ein alpines Naturwunder

Die Großglockner Hochalpenstraße ist mit 48 Kilometern Länge eine der bekanntesten Panoramastraßen der Alpen. Sie führt durch den Nationalpark Hohe Tauern und verbindet Bruck im Salzburger Pinzgau mit Heiligenblut in Kärnten. Die Straße wurde zwischen 1930 und 1935 erbaut und überwindet auf ihrer Route 36 Kehren.

Wichtig für die Planung: Die Straße ist nur saisonal geöffnet, in der Regel von Anfang Mai bis Anfang November – abhängig von der Schneelage. Nachts ist sie gesperrt (meist 22 bis 5 Uhr). Die Mautgebühr für einen Pkw liegt bei rund 40 Euro pro Tag (Stand 2024), für Motorräder etwa 29 Euro; Mehrtageskarten und Jahreskarten sind günstiger.

Panoramastraße durch die Hohen Tauern

Entlang der Route passieren Besucher mehrere Klimazonen – von Bergwiesen bis zur alpinen Steinwüste. Der Höhepunkt für Autofahrer ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern mit direktem Blick auf die Pasterze, den größten Gletscher der Ostalpen.

  • Maximale Höhe (Edelweißspitze): 2.571 Meter
  • Länge: 48 Kilometer
  • Durchquerung: Nationalpark Hohe Tauern

Edelweißspitze und Aussichtsplattformen

Der höchste befahrbare Punkt ist die Edelweißspitze, erreichbar über eine gepflasterte Stichstraße. Von hier reicht der Rundblick über mehr als 30 Dreitausender. Wer Wohnwagen oder Anhänger dabei hat, sollte diese Stichstraße meiden – die enge Kehre ist dafür nicht geeignet.

Flora und Fauna entlang der Route

Die Straße bietet gute Chancen, Murmeltiere und Steinböcke zu beobachten – am zuverlässigsten in den frühen Morgenstunden. Entlang der Route wachsen alpine Arten wie Enzian und Edelweiß, die unter Naturschutz stehen und nicht gepflückt werden dürfen.

„Die Großglockner Hochalpenstraße ist mehr als nur eine Straße – sie ist ein Naturerlebnis der Extraklasse.”

Krimmler Wasserfälle im Nationalpark Hohe Tauern

Die Krimmler Wasserfälle im Salzburger Oberpinzgau zählen mit 380 Metern Gesamtfallhöhe zu den höchsten Wasserfällen Europas. Das Naturschauspiel zieht jährlich mehrere hunderttausend Besucher an. Die stärkste Wasserführung – bis zu mehreren Kubikmetern pro Sekunde – herrscht während der Schneeschmelze im Juni.

Der Wasserfall gliedert sich in drei Stufen. Ein Detail, das oft überrascht: Der Wasserfallweg beginnt auf rund 1.070 Metern und steigt bis zur obersten Stufe auf etwa 1.470 Meter – die 400 Höhenmeter unterschätzen viele Familien.

  • Erste (unterste) Fallstufe: rund 140 Meter
  • Zweite (mittlere) Fallstufe: rund 100 Meter
  • Dritte (oberste) Fallstufe: rund 140 Meter

Der Wasserfallweg wurde bereits 1879 vom Alpenverein angelegt und bietet auf dem Aufstieg mehrere Aussichtskanzeln. Für den Weg bis zur obersten Kanzel und zurück sollte man rund 2 bis 3 Stunden einplanen.

„Die Krimmler Wasserfälle sind ein Meisterwerk der Natur, das die Kraft und Schönheit unserer Alpenlandschaft symbolisiert.”

Besucherinformationen Details
Öffnungszeiten Ende April bis Ende Oktober, tagsüber; im Winter frei zugänglich, Weg dann teils gesperrt
Eintritt Wegabgabe rund 5–6 € pro Erwachsener (Stand 2024), Kinder ermäßigt
Wegstrecke Ca. 4 km einfach, rund 400 Höhenmeter Aufstieg

Der Nationalpark Hohe Tauern, mit rund 1.856 km² der größte Schutzraum der Ostalpen, sichert das Ökosystem rund um die Fälle langfristig.

Die Nockberge und ihre besonderen Naturschätze

Die Nockberge in Kärnten heben sich durch ihre sanften, abgerundeten Gipfelformen von den schroffen Kalkalpen ab. Diese Grasberge bestehen aus altem Kristallingestein und bilden seit 2012 gemeinsam mit dem Salzburger Lungau den UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge.

Tiebelquellen und alpine Gewässer

Die Tiebelquellen speisen den Fluss Tiebel, der in den Ossiacher See mündet. Die zahlreichen Gebirgsbäche der Nockberge liefern kristallklares Trinkwasser und bilden Lebensraum für Bachforellen und wirbellose Wasserbewohner.

  • Herkunft aus den Hochlagen der Nockberge
  • Bedeutung für lokale Ökosysteme und Wasserversorgung
  • Natürliche Dynamik ohne größere Verbauung

Endemische Pflanzenarten der Region

Charakteristisch ist der Echte Speik (Valeriana celtica), ein Baldriangewächs, das früher zur Parfümherstellung gesammelt wurde und heute streng geschützt ist. Die artenreichen Almwiesen der Nockberge gehören zu den blütenreichsten Lebensräumen der Ostalpen.

Pflanzenart Besonderheiten Verbreitungsgebiet
Echter Speik Geschützte Baldrianart, aromatische Wurzel Nockberge, Höhen ab ca. 2.000 m
Clusius-Enzian Große blaue Blüten, Kalk- und Urgesteinsrasen Hochgebirgsregionen

Naturnahe Wanderwege und Aussichtspunkte

Die Nockalmstraße (mautpflichtig, rund 20 € pro Pkw, geöffnet Mai bis Oktober) erschließt die Region auf 35 Kilometern mit 52 Kehren. Von ihr zweigen zahlreiche Wanderwege ab, die durch die sanfte Kuppenlandschaft führen – ideal auch für Einsteiger.

  1. Panoramawege über die runden Nock-Gipfel
  2. Aussichtsplattformen mit Weitblick bis zu den Hohen Tauern
  3. Informative Naturlehrpfade entlang der Nockalmstraße

Österreich Sehenswürdigkeiten Natur im Gesäuse

Nationalpark Gesäuse Landschaft

Der Nationalpark Gesäuse in der Steiermark wurde 2002 gegründet und umfasst rund 110 km². Er ist damit einer der jüngsten Nationalparks Österreichs. Dramatische Kalksteinwände wie der Hochtor (2.369 m) prägen die Landschaft, während die Enns das Gebiet mit einem der letzten frei fließenden Wildflüsse der Alpen durchschneidet.

Die wichtigsten Highlights des Nationalparks umfassen:

  • Steile Kalksteinformationen mit bis zu 1.800 Meter hohen Felswänden
  • Die Wildwasserstrecke der Enns mit Stromschnellen bis Wildwassergrad III–IV
  • Wanderrouten von der leichten Talwanderung bis zur alpinen Kletterei
  • Seltene Arten wie Steinadler, Gams und Ringdrossel

Wanderer finden Wege für jedes Niveau – vom barrierearmen Weg entlang der Enns bis zu anspruchsvollen Gipfeltouren. Für den Wildwassersport gilt: Rafting und Kajak sind nur auf ausgewiesenen Abschnitten und mit lizenzierten Anbietern erlaubt.

„Das Gesäuse ist ein Naturjuwel, das Besucher mit seiner unberührten Schönheit verzaubert.”

Der Schutz der Wildflusslandschaft hat Vorrang: Betretungsverbote in Kernzonen und Regeln für den Bootsverkehr sichern den Erhalt der empfindlichen Ökosysteme.

Das Große Walsertal – UNESCO Biosphärenpark

Das Große Walsertal in Vorarlberg wurde im Jahr 2000 von der UNESCO als Biosphärenpark anerkannt und umfasst rund 192 km². Sechs Gemeinden teilen sich das Tal, das nach den im 14. Jahrhundert eingewanderten Walsern benannt ist. Die Region zeigt beispielhaft, wie Naturschutz und traditionelle Kulturlandschaft zusammenwirken.

Der Biosphärenpark gliedert sich – wie alle UNESCO-Biosphärenparks – in Kernzonen ohne Nutzung, Pflegezonen und Entwicklungszonen für die Bevölkerung. Dieses Zonenmodell macht ihn zu einem Modellgebiet für nachhaltige Regionalentwicklung.

Naturschutzgebiete und Wildnisareale

Im Tal liegen mehrere geschützte Zonen mit hoher Artenvielfalt:

  • Ausgedehnte Bergmähder und Blumenwiesen
  • Naturnahe Bergwälder mit Buche, Tanne und Fichte
  • Seltene Arten wie Auerhuhn und Steinadler
  • Geschützte alpine Lebensräume in den Kernzonen

Traditionelle Almwirtschaft

Die Almwirtschaft prägt das Tal seit Jahrhunderten. Über 40 bewirtschaftete Alpen erzeugen den bekannten Walserstolz-Bergkäse. Diese Bewirtschaftung erhält die offenen Wiesen und damit die Artenvielfalt – ohne Almwirtschaft würden die Flächen verbuschen.

Kessischlucht und Wasserfälle

Geologische Höhepunkte wie die Kessischlucht mit ihren Wasserfällen zeigen die formende Kraft des Wassers. Wanderwege erschließen die Schlucht; festes Schuhwerk ist wegen der teils feuchten und rutschigen Passagen zwingend.

Neusiedler See – Naturparadies im Burgenland

Neusiedler See Vogelparadies

Der Neusiedler See ist der größte Steppensee Mitteleuropas und liegt zu rund drei Vierteln im Burgenland, zu einem Viertel in Ungarn. Die Gesamtfläche beträgt etwa 315 km², davon entfällt ein erheblicher Teil auf den Schilfgürtel – nach dem Donaudelta einer der größten zusammenhängenden Schilfbestände Europas.

Die Besonderheit des Sees: Er ist mit durchschnittlich rund einem Meter extrem flach und hat keinen natürlichen Abfluss. Dadurch schwankt der Wasserstand stark und der See kann in Trockenperioden erheblich schrumpfen. Für Ornithologen ist die Region ein Hotspot – rund 340 Vogelarten wurden hier nachgewiesen.

  • Gesamtfläche: etwa 315 km² (mit Schilfgürtel)
  • Durchschnittliche Tiefe: etwa 1 Meter, maximal rund 1,8 Meter
  • Wichtigstes Rast- und Brutgebiet für Wasservögel in Mitteleuropa

Die Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See wurde 2001 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Der angrenzende Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel (gegründet 1993) schützt die Salzlacken des Seewinkels, die weltweit einzigartige Lebensräume darstellen.

„Der Neusiedler See ist ein Juwel der österreichischen Naturlandschaft und ein Paradies für Vogelliebhaber.”

Beobachtungstürme und Naturlehrpfade rund um Illmitz und Apetlon erschließen das Gebiet. Für die Vogelbeobachtung lohnen sich Frühjahr und Herbst, wenn Zugvögel wie Kraniche rasten – ein Fernglas ist Pflicht.

Die Naturwunder der Kalkalpen

Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich wurde 1997 gegründet und umfasst rund 209 km². Er schützt den größten zusammenhängenden Waldwildnisbereich Österreichs. 2017 wurden Teile der Buchenurwälder in die UNESCO-Welterbeliste „Alte Buchenwälder” aufgenommen.

Die Region zeichnet sich durch ausgedehnte Karstlandschaften aus, in denen das Regenwasser im Gestein versickert und unterirdische Systeme bildet. Über 800 Kilometer markierte Wander- und Radwege erschließen das Gebiet.

Urwälder und Naturwaldreservate

Die Kalkalpen beherbergen einige der letzten naturnahen Wälder Mitteleuropas:

  • Naturbelassene Buchen- und Mischwaldbestände
  • Alte Baumbestände mit über 400 Jahre alten Buchen
  • Lebensraum für seltene Arten wie den Weißrückenspecht

Höhlensysteme und Karstformationen

Das Karstgestein formt eine Landschaft aus Dolinen, Schwinden und Höhlen:

Höhlentyp Besonderheiten
Karsthöhlen Durch Wasser gelöste Kalkformationen
Wasserhöhlen Aktive unterirdische Wasserläufe und Quellen
Tropfsteinhöhlen Stalaktiten und Stalagmiten aus Kalkablagerungen

Seltene Tierarten der Region

Die Kalkalpen sind Lebensraum mehrerer bedrohter Arten. Zu den bemerkenswerten Bewohnern gehören:

  1. Eurasischer Luchs (wieder angesiedelt)
  2. Alpenmurmeltier
  3. Steinadler
  4. Habichtskauz (Wiederansiedlungsprojekt)

„Die Kalkalpen sind ein Schlüssellebensraum für den Artenschutz in Mitteleuropa.” – Österreichischer Naturschutzbund

Anmerkung: Der Europäische Braunbär gilt in dieser Region derzeit nicht als etabliert – frühere Wiederansiedlungsversuche in den 1990er-Jahren blieben ohne dauerhafte Population.

Ötschergräben und Myrafälle in Niederösterreich

Die Ötschergräben in den Türnitzer Alpen werden gern als „Grand Canyon Österreichs” bezeichnet. Die Schlucht wurde vom Ötscherbach über Jahrtausende in den Kalkstein gegraben und erstreckt sich über mehrere Kilometer. Ausgangspunkte sind unter anderem Wienerbruck und der Erlaufstausee.

Die Myrafälle liegen bei Muggendorf, rund 40 Kilometer entfernt in einer eigenen Region – sie werden häufig mit den Ötschergräben in einem Atemzug genannt, sind aber ein eigenständiges Ziel. Hier stürzt der Myrabach über mehrere Stufen durch eine enge Schlucht, die über Holzstege und Brücken erschlossen ist.

  • Wanderrouten durch die Ötschergräben (etwa 3 bis 6 Stunden je nach Variante)
  • Aussichtspunkte am Ötscherbach mit Wasserfällen wie dem Mirafall
  • Vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in den kühlen Schluchtklimaten

Für die Ötschergräben eignet sich die Anreise mit der Mariazellerbahn bis Wienerbruck. Die Wege sind teils schmal und felsig – festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind erforderlich. Die Myrafälle erheben einen kleinen Eintritt und sind auch für Familien gut machbar.

Die Ötschergräben: Ein Naturwunder, das seinesgleichen sucht!

Praktische Tipps für Besucher:

  1. Festes, knöchelhohes Schuhwerk mitbringen
  2. Wetterfeste Kleidung einpacken – im Schluchtgrund ist es kühl
  3. Ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen
  4. Bei Gewittergefahr Schluchtwanderungen meiden

Naturschutzgebiet Hundsheimer Berge

Die Hundsheimer Berge bei Hainburg in Niederösterreich sind ein kleines, aber ökologisch herausragendes Schutzgebiet nahe der slowakischen Grenze. Der Hundsheimer Berg erreicht 480 Meter und trägt ausgedehnte pannonische Trockenrasen, die zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs zählen.

Die sonnenexponierten Trockenrasen bieten wärmeliebenden Arten ideale Bedingungen. Auf engstem Raum wachsen Steppenpflanzen, die sonst weiter östlich verbreitet sind – ein Erbe der nacheiszeitlichen Warmphasen.

  • Über 100 Schmetterlingsarten wurden in diesem Gebiet dokumentiert
  • Trockenrasen als Lebensraum für Smaragdeidechse und seltene Wildbienen
  • Wichtiges Schutzgebiet für wärmeliebende, gefährdete Arten

„Die Hundsheimer Berge sind ein Hotspot der Artenvielfalt, der wissenschaftliche Forschung und Naturschutz zusammenbringt.”

Der Erhalt der Trockenrasen erfordert aktive Pflege: Ohne Beweidung oder Mahd würden die Flächen verbuschen und ihre Spezialisten verlieren. Naturschutzverbände setzen dafür unter anderem Schafe und Ziegen ein.

Besucher erleben das Gebiet am besten auf markierten Wegen. Wichtig: Trockenrasen sind trittempfindlich – abseits der Pfade zu gehen zerstört die empfindliche Vegetation.

Welches Ziel passt zu wem? Der Vergleich

Die vorgestellten Ziele unterscheiden sich stark in Anforderung, Saison und Zielgruppe. Die folgende Tabelle hilft bei der Auswahl:

Ziel Beste Reisezeit Anspruch Ideal für
Großglockner Hochalpenstraße Juni–September Gering (Auto), Maut ~40 € Panoramafans, wenig Zeit
Krimmler Wasserfälle Juni (Schneeschmelze) Mittel, 400 Hm Aufstieg Aktive Familien
Gesäuse Mai–Oktober Gering bis hoch Wanderer, Wildwassersportler
Neusiedler See April–Mai, Sept–Okt Sehr gering, flach Vogelbeobachter, Radler
Hundsheimer Berge Mai–Juni Gering Insektenfreunde, Botaniker

Unsere Empfehlung: Wer mit Kindern unterwegs ist und Naturschauspiel ohne alpines Risiko sucht, wählt den Neusiedler See oder die Myrafälle – beide sind flach beziehungsweise gut gesichert. Für ein intensives Hochgebirgserlebnis an einem Tag ist die Großglockner-Straße unschlagbar, weil sie ohne Kondition auf über 2.500 Meter führt. Ambitionierte Wanderer sind im Gesäuse oder in den Kalkalpen richtig. Nicht geeignet ist die Großglockner-Straße für alle, die eine ruhige, autofreie Naturerfahrung suchen oder außerhalb der Saison (November bis April) reisen – dann ist sie gesperrt.

Häufige Fehler bei der Planung

Drei Missverständnisse tauchen bei Österreichs Naturzielen immer wieder auf:

  • Saison unterschätzt: Viele Alpenstraßen und Höhenwege sind nur von Mai/Juni bis Oktober zugänglich. Wer im April an den Großglockner reist, steht vor der Schranke.
  • Höhenmeter ignoriert: Die Krimmler Wasserfälle klingen nach einem gemütlichen Spaziergang, verlangen aber 400 Höhenmeter Aufstieg. Ohne Trittsicherheit und Zeitpuffer wird das anstrengend.
  • Wetter im Gebirge falsch eingeschätzt: In Schluchten und Hochlagen kann es innerhalb einer Stunde umschlagen. Gewitter machen Schluchtwanderungen wie in den Ötschergräben gefährlich.

Fazit

Österreichs Naturziele decken eine enorme Bandbreite ab – vom flachen Steppensee im pannonischen Osten bis zum Gletscher der Hohen Tauern. Der Naturschutz spielt dabei eine zentrale Rolle: Sechs Nationalparks und mehrere UNESCO-Schutzgebiete sichern diese Landschaften für kommende Generationen.

Die vorgestellten Ziele zeigen, dass die richtige Vorbereitung entscheidet: Wer Saison, Höhenmeter und Wetter kennt, erlebt die Natur sicher und intensiv. Von der einfachen Radtour am Neusiedler See bis zur alpinen Tour im Gesäuse findet jeder ein passendes Ziel.

Wichtig bleibt der respektvolle Umgang: auf den Wegen bleiben, keine Pflanzen pflücken, Müll mitnehmen und Wildtiere nicht stören. So bleiben diese Landschaften auch in Zukunft ein Erlebnis, das Herz und Verstand berührt.

Eine Reise durch Österreichs Naturparadiese ist mehr als ein Ausflug – sie ist eine Begegnung mit gewachsenen Ökosystemen, deren Erhalt in unserer Verantwortung liegt.

FAQ

Wie lange ist die Großglockner Hochalpenstraße?

Die Großglockner Hochalpenstraße ist 48 Kilometer lang, verbindet Bruck in Salzburg mit Heiligenblut in Kärnten und erreicht an der Edelweißspitze rund 2.571 Meter. Die Maut kostet für einen Pkw etwa 40 Euro pro Tag.

Wann sind die Krimmler Wasserfälle am besten zu besuchen?

Die stärkste Wasserführung herrscht im Juni während der Schneeschmelze. Der Wasserfallweg ist von Ende April bis Ende Oktober gut zugänglich; einplanen sollte man rund 400 Höhenmeter Aufstieg und 2 bis 3 Stunden für Hin- und Rückweg.

Warum sind die Nockberge ein UNESCO Biosphärenpark?

Die Nockberge bilden seit 2012 mit dem Salzburger Lungau einen UNESCO-Biosphärenpark. Ausschlaggebend sind die artenreichen Almwiesen, geschützte Arten wie der Echte Speik und das Zusammenspiel von traditioneller Almwirtschaft und Naturschutz.

Was macht das Große Walsertal so besonders?

Das Große Walsertal wurde im Jahr 2000 UNESCO-Biosphärenpark und umfasst rund 192 km². Es verbindet Almwirtschaft, Bergkäseproduktion und Naturschutz in einem Zonenmodell aus Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen.

Welche Vogelarten kann man am Neusiedler See beobachten?

Am Neusiedler See wurden rund 340 Arten nachgewiesen, darunter Seidenreiher, Löffler, Silberreiher und zahlreiche Wat- und Wasservögel. Beste Zeiten sind Frühjahr und Herbst zur Zugzeit – ein Fernglas ist empfehlenswert.

Welche Großsäuger leben in den Kalkalpen?

Im Nationalpark Kalkalpen lebt vor allem der wieder angesiedelte Eurasische Luchs. Ein etablierter Bärenbestand existiert derzeit nicht. Weitere Bewohner sind Rothirsch, Gams und Alpenmurmeltier.

Was macht die Ötschergräben so einzigartig?

Die Ötschergräben sind eine mehrere Kilometer lange Schlucht, die der Ötscherbach über Jahrtausende in den Kalkstein grub. Das kühle Schluchtklima und Wasserfälle wie der Mirafall schaffen einen eigenen Lebensraum. Die Anreise per Mariazellerbahn bis Wienerbruck ist praktisch.

Warum sind die Hundsheimer Berge ein wichtiges Naturschutzgebiet?

Die Hundsheimer Berge bei Hainburg tragen pannonische Trockenrasen mit über 100 Schmetterlingsarten und wärmeliebenden Steppenpflanzen. Zum Erhalt ist aktive Pflege durch Beweidung nötig, da die Flächen sonst verbuschen.

Wie kann ich als Besucher zum Naturschutz in Österreich beitragen?

Auf markierten Wegen bleiben, keine Pflanzen pflücken, Müll mitnehmen, Wildtiere nicht stören und in Trockenrasen oder Kernzonen nicht abseits der Pfade gehen. Auch die Anreise mit Bahn oder Bus entlastet sensible Regionen.

Welche Aktivitäten sind im Gesäuse möglich?

Im Nationalpark Gesäuse sind Wandern, Klettern und – auf ausgewiesenen Abschnitten der Enns mit lizenzierten Anbietern – Rafting und Kajak möglich. Die Wildwasserstrecke erreicht Grad III bis IV.

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